Grit oder Blindflug - Woran du erkennst, dass du das Falsche durchziehst
- Leo Humboldt

- 8. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Wie Führungskräfte merken, wenn Grit kippt – und wie der Grit Compass hilft, klüger zu
Grit ist wertvoll.
Aber Grit ist nicht automatisch richtig.
Ausdauer kann uns voranbringen.
Sie kann uns aber genauso in das Festhalten an alten Prioritäten führen.
Dieser Kipppunkt entsteht selten plötzlich — er entsteht schrittweise.

Damit du ihn früh erkennst, lohnt sich ein Blick auf die Signale, die zeigen:
Du ziehst etwas durch, das nicht mehr trägt.
Der Grit Compass hilft genau an dieser Stelle:
Er macht sichtbar, ob Dranbleiben gerade sinnvoll ist — oder ob es Zeit ist, neu zu entscheiden.
1. Dein Ziel ist gleich geblieben – aber die Realität hat sich verändert
Ein häufiges Warnsignal:
Das Ziel steht still, während sich alles um dich herum weiterbewegt.
Typisch wird das sichtbar, wenn ein Projekt weiterläuft, obwohl seine ursprüngliche Relevanz durch neue Prioritäten längst überholt wurde.
Clarity-Frage:
Wenn wir heute neu starten würden: Würden wir dieses Ziel noch wählen?
2. Du rechtfertigst mehr, als du voranbringst
Ein weiteres Warnzeichen:
Du investierst mehr Energie in Erklärungen als in Ergebnisse.
Zum Beispiel, wenn Updates zunehmend aus Begründungen statt aus Fortschritten bestehen.
Capacity-Frage:
Was verbraucht dieses Projekt – und was erzeugt es?
3. Du verwechselst Beharrlichkeit mit Verantwortungsgefühl
Viele Führungskräfte bleiben an Aufgaben oder Projekten dran, weil sie „niemanden enttäuschen wollen“.
Häufig zeigt sich das daran, dass Aufgaben weitergeführt werden, obwohl längst klar ist, dass eine andere Person oder ein anderes Team besser geeignet wäre.
Courage-Frage:
Halte ich wegen des Ziels fest — oder wegen der Erwartung?
4. Dein Team ist beschäftigt – aber nicht wirksam
Ein Projekt, das Aktivität erzeugt, aber keine Veränderung, ist ein typischer Fall von falsch eingesetzter Ausdauer.
Zum Beispiel, wenn Meetings zunehmen, aber die Ergebnisse stagnieren — viel Bewegung, wenig Richtung.
Clarity-Frage:
Welche konkrete Veränderung erzeugt dieses Projekt – und für wen?
5. Du fürchtest den Stopp mehr als das Weitergehen
Das stärkste Signal ist oft ein leises:
Der Gedanke an einen Stopp macht dich nervöser als das Weiterlaufen.
Beispielsweise, wenn du ein Projekt weiterführst, obwohl du längst weißt, dass ein Neustart sinnvoller wäre — aber der Aufwand für Gespräche dich zurückhält.
Courage-Frage:
Was wäre das real Schlimmste, wenn wir stoppen würden?
Wie der Grit Compass hilft, wieder klar zu sehen
Der Grit Compass ist kein Motivationstool.
Er ist ein Klärungsinstrument.
Er zeigt dir, ob Ausdauer bewusst oder automatisch eingesetzt wird.
Er führt durch drei Schritte:
1. Clarity – Was zählt heute wirklich?
Ziele nicht an Vergangenes binden, sondern an Relevanz.
2. Capacity – Welche Energie steht real zur Verfügung?
Keine heroische Selbsteinschätzung, sondern ehrliche Bestandsaufnahme.
3. Courage – Was darf enden?
Nicht als Verlust, sondern als bewusste Priorisierung.
Fazit:
Führung heißt nicht, durchzuhalten.
Führung heißt, zu unterscheiden.
Grit bleibt ein wertvolles Prinzip.
Aber ohne Klarheit führt es zu Fortschritt ohne Richtung.
Ohne Capacity zu Einsatz ohne Ergebnis.
Ohne Courage zu Zielen, die niemand mehr möchte.
Wenn du merkst, dass du viel gibst, aber wenig gewinnst, ist das kein Zeichen von Schwäche.
Es ist ein Hinweis darauf, neu zu entscheiden.
Wenn du aktuell an einem Projekt zweifelst:
Nimm dir die drei Fragen des Grit Compass.
Sie zeigen dir schnell, ob du weitermachen solltest — oder neu beginnen.



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